
Die Frage ist doch, wie fange ich es jetzt an. Wie kriegt diese Kolumne einen gescheiten Beginn. Und wenn schon nicht gescheit, dann wenigstens amüsant oder überraschend.
Neulich haben sie in der „Süddeutschen Zeitung“ Hellmuth Karasek interviewt. Zu der Frage, wie wichtig der erste Satz einer Geschichte ist. Zum Beispiel einer wie dieser: „Ich bin gerade auf dem Weg zum Emir.“ Kommt harmlos daher, baut aber eine enorme Bedeutungskulisse auf. Da ist einer immerhin so wichtig, dass er sich gleich mit einem Emir treffen kann. So weit Karaseks literarische Analyse. Das Ganze könne also durchaus noch das Zeug zu einem Drama haben. Vielleicht aber auch nicht.
Christine Westermann wird das Buchjournal in diesem Jahr mit ihren Kolumnen begleiten. Für die aktuelle Ausgabe haben wir die Journalistin in Köln besucht.
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Die Handlung spielt im Jahre 1947 in einem kleinen Nest im bayerischen Wald. Afra ist die einzige Tochter eines Tagelöhners. Mit 14 haut sie von zu Hause ab, flieht vor ihrem Vater, der sie regelmäßig verprügelt. Als sie schwanger wird und nicht weiß wohin, kommt sie zu ihren Eltern zurück, bringt einen kleinen Jungen zur Welt. Das Geld reicht hinten und vorne nicht, Afra streitet viel mit ihrem Vater, der sich wegen seiner Tochter und ihres unehelichen Kindes im Dorf schämt.
Die Szenen einer Ehe – großartig erzählt von Katrin Seddig. Wenn man diesen Roman gelesen hat, weiß man einmal mehr welche Richtung Menschen in Sachen Liebe oft einschlagen: Endstation Sehnsucht.