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		<title>Christine Westermann - Aktuelles</title>
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			<title>Literatur statt Börsenkurse</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2013/01/07/literatur-statt-boersenkurse/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;»Westermanns Welt«, Kolumne, buchjournal, 6/2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Die Frage ist doch, wie bringe ich das hier jetzt gut zu Ende. Meine letzte Kolumne, gewissermaßen meine Abschlussarbeit, nach einem Jahr als Kolumnistin fürs Buchjournal.&lt;/p&gt;
                                	&lt;p&gt;Von John Irving heißt es, er habe von Anfang an den Schluss im Kopf. Den letzten Satz eines neuen Romans schreibt er zuerst. Interessanter PR-Kniff, vermutlich nicht ganz schwindelfrei. Weitaus spannender finde ich den Gedanken, wann es einen Schriftsteller dazu treibt, sich an einen Roman zu wagen.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Der Züricher Verlag Kein und Aber hat einige seiner Autoren gefragt, ob sie sich an jenen Moment erinnern, als ihnen eine erste Idee durch den Kopf huschte. Besonders schön war für mich die Antwort von Robert Seethaler (vermutlich weil ich seine Bücher ohnehin schätze). Er war mitten in der Nacht hinausgefahren an einen See, um zu schwimmen:“ Der Sand zwischen meinen Zehen war kalt und feucht, daneben lag die Unterhose wie ein überfahrenes Nachttier. Nicht durchdrehen jetzt, sagte ich laut und ging los.“  &lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Nicht durchdrehen, weil der Kopf leer ist, obwohl  man soviel schreiben will. Aber in „diesem Sarg“, wie Seethaler seinen Schreibtisch nennt, bringt man erst mal nichts zustande. Die Idee kam ihm beim Schwimmen im nächtlichen See, mitten in einem Gewitter. &lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Einen Geistesblitz in Sachen Buch hatte ich neulich auch. Beim Fernsehen. Ich bin seit gefühlten 100 Jahren Tageschau-Seherin und verstehe nicht, dass ich mich vorher immer erst durch zwei Minuten Börsennachrichten quälen muss. Ich besitze keine Aktien und ob Gold überwiegend fest zeichnet, interessiert mich kein bisschen.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;In eine Buchsendung kurz vor acht würde ich allerdings sofort investieren: Zwei Minuten kurz vor der Tagesschau für das „Buch der Woche“.&lt;br /&gt;
An einem beliebigen Tag der Woche. &lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Jetzt höre ich sie schon aufjaulen, die Kultur-verantwortlichen in den Fernsehredaktionen: Literatur vor acht geht gar nicht. Wieso nicht? Hat es schon mal einer versucht? Nein? &lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Aber  dass Bücher im Fernsehen wenig bis keine Quote bringen, das ist doch bekannt. Ja wirklich?&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Woher will man das wissen, wenn Literatur-sendungen so gut wie immer zwischen Mitternacht und Morgengrauen verklappt werden. Bücher brauchen keine Quote. Bücher brauchen Leser. &lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Zum einen die, die sie mit Freude empfehlen. Zum anderen jene, die sich von dieser Begeisterung anstecken lassen und selbst lesen wollen.&lt;br /&gt;
Dazu ist nicht immer eine halbe Stunde Sendezeit  nötig, vermutlich nicht mal ein blaues Sofa auf dem Kilimandscharo. &lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Man braucht ein Buch, einen Menschen und zwei Minuten. Mehr nicht . &lt;br /&gt;
Dass ich jetzt, am Ende dieser Kolumne, doch noch meine stillen Träume preisgebe, das habe ich am Anfang wirklich nicht gewusst.&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Mon, 07 Jan 2013 23:09:00 +0100</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2013/01/07/literatur-statt-boersenkurse/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Der Kaiser fährt nackt</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2013/01/02/der-kaiser-faehrt-nackt/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;»Westermanns Welt«, Kolumne, buchjournal, 5/2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Sie entscheiden über den besten deutschsprachigen Roman &amp;#8211; Mitglied in der Buchpreisjury zu sein ist eine Auszeichnung. Aber es ist nichts für Leute, die mit geschwollenem Gerede wenig anfangen können.&lt;/p&gt;
                                	&lt;p&gt;Wenn diese Kolumne erscheint, hat es wieder geklappt. Sie haben den besten deutschsprachigen Roman gefunden und ihm den Deutschen Buchpreis 2012 verliehen.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Die Jury hat in diesem Jahr 162 Bücher gelesen, das macht für jedes Mitglied 23 Romane und ein paar Seiten. Man habe lang, kontrovers und durchweg freundschaftlich diskutiert, ließen die Juroren anschließend mitteilen. Das „freundschaftlich“ hat mich gefreut. Es ist nicht selbstverständlich, dass man noch freundlich miteinander umgehen mag, wenn man sehr unterschiedlicher Meinung ist, was ein gutes Buch ausmacht und warum es unbe- dingt den Preis bekommen muss.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mitglied der Buchpreisjury zu sein&lt;/strong&gt; ist eine Auszeichnung, ganz sicher. Ich war 2011 dabei. Über die 20 Bücher, die in unserem Jahr auf die Longlist kamen, haben wir damals in einem gläser- nen Konferenzsaal hoch über den Dächern von Frankfurt ent- schieden. Da hatte man selbst nach acht Stunden Diskussion noch ein sehr erhabenes Gefühl. Möglicherweise auch nur, weil man im 22. Stock saß.&lt;br /&gt;
Ein gutes Buch?&lt;br /&gt;
Sieben Juroren haben sieben Meinungen.&lt;br /&gt;
Manch eine hat auch noch stille Sorge.&lt;br /&gt;
Und leise Scham. Die Sorge vor einem Begriff aus dem Fremdwörterbuch der Feuilletonisten und die Scham, sich einzugestehen, dass man dergleichen noch nie gehört hat. Als Einzige in der Runde, versteht sich.&lt;br /&gt;
Ich weiß bis heute nicht, was gemeint ist, wenn sich im Text eines Romans nach Kritikermeinung ein manichäisches Weltbild manifestiert.&lt;br /&gt;
Was beinahe noch tragischer ist: Ich habe mich auch nicht getraut nach einer Erklärung, einer Übersetzung zu fragen. Auch nicht, was Idiosynkrasie eigentlich meint oder Eponymie.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ich wäre bei meiner Juryarbeit gern das Kind&lt;/strong&gt; gewesen aus dem Märchen von Andersen. Der Kaiser fährt zwar nackt, aber dafür mit großem Pomp und Getöse an seinen Untertanen vorbei. Alle beklat- schen die unsichtbaren neuen Gewänder, nur das Kind versteht das ganze Gewese nicht und stellt fest: Der hat ja gar nichts an.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Einen solch klaren Satz habe ich nicht gewagt. Kind sein gilt nicht. Weder in einer Jury noch als Rezensent im Literaturteil der Feuilletons. Versteckt man vielleicht die eigene sprachliche Fantasielosigkeit hinter bedeutend klingenden Begriffen, weil man sich sonst eine Blöße geben würde?&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Falls ich doch noch einmal&lt;/strong&gt; den alternativen Deutschen Buchpreis ins Leben rufe, gibt es eine wichtige Regel: Wir werden ohne Schmock auskommen. Bis dahin nehme ich die Jury 2012 gern als Vorbild: unterschiedliche Meinungen und dennoch freundschaftlicher Umgang.&lt;br /&gt;
Oh, Entschuldigung.&lt;br /&gt;
Mir ist da ein Fremdwort in den Text gerutscht.&lt;br /&gt;
„Schmock“.&lt;br /&gt;
Heißt auf Deutsch auch: geschwollenes Gerede.&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Wed, 02 Jan 2013 13:06:00 +0100</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2013/01/02/der-kaiser-faehrt-nackt/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Das „Röschen“ in der Buchhandlung</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2013/01/01/das-roeschen-in-der-buchhandlung/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;»Westermanns Welt«, Kolumne, buchjournal, 4/2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;„Warum muss denn in Ihren Buchsendungen im &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; immer alles wunderschön, wundervoll und unglaublich toll sein? Machen Sie Buchkritik oder verkaufen Sie Bücher? Ich wünschte mir, die Kritiker würden endlich mal ihre persönliche Meinung außen vor lassen!“&lt;br /&gt;
So. Das ist doch mal ’ne Ansage.&lt;br /&gt;
Fangen wir mal vorn an. Dass jemand in einer sehr persönlichen Kritik auf eine persönliche Anrede des Gescholtenen keinen Wert legt: geschenkt. Dass der oder die es vorzieht, anonym zu schreiben, ebenso. Was mich allerdings nicht erst seit diesem Hörerbrief aufregt, ist die Forderung, die Unabhängigkeit eines Journalisten erlaube es ihm nicht, Bücher ausschließlich positiv zu besprechen. Warum denn nicht?&lt;br /&gt;
Warum bitte soll ich ein Buch besprechen, bei dem ich mich gelangweilt habe? Bei dem ich mich wahlweise rat- oder lustlos bis zur letzten Seite gequält habe? Warum muss Lesen Mühe machen? Warum bitte soll jemand seine Zeit damit verschwenden, mir zuzuhören, während ich beschreibe, warum ich genau diesen Roman unsäglich finde, mit der finalen Empörung nach dreieinhalb Minuten: Machen Sie bloß nicht den gleichen Fehler wie ich und lesen aus Versehen dieses Buch! &lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2013/01/01/das-roeschen-in-der-buchhandlung/&quot;&gt;»weiter&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ich will mich nicht damit abfinden&lt;/strong&gt;, beschimpft zu werden, weil ich Buchempfehlungen mache statt Verrisse. Ich weiß natürlich, dass auch umgekehrt ein Schuh daraus wird.&lt;br /&gt;
Wer bin ich, mir anzumaßen, mein gutes Gefühl, meine Begeisterung beim Lesen ließen sich multiplizieren?&lt;br /&gt;
Wer bin ich, zu hoffen, ein anderer könne sich ähnlich wie ich über dieses Buch freuen?&lt;br /&gt;
Wer entscheidet, was ein gutes Buch ist?&lt;br /&gt;
Ich ganz sicher nicht. Jedenfalls nicht für die anderen. Nur für mich. Ich werde auch weiterhin im Radio und Fernsehen nur Bücher empfehlen, die mich gepackt haben. Die ich deshalb weiter- geben möchte, verschenken, verleihen (und damit sind sie auch so gut wie geschenkt, oder?).&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Es ist sicher richtig, dass bei einem Live-Interview auch schon mal der Gaul mit mir durchgeht und es dann im Überschwang des Gefühls auch mal ein „tolles“ Buch wird. Na und? Wenn ich von und mit dem Herzen empfehle, zensiere ich mich nicht. Selbstverständlich trage ich mit einer positiven Besprechung zum Verkauf eines Buches bei.&lt;br /&gt;
Das mache ich ebenso freiwillig wie unabhängig.&lt;br /&gt;
Ich bin wie „Röschen“. So nennt ein guter Freund sein Navigationsgerät im Auto. Ich bin das Röschen in der Buchhandlung.&lt;br /&gt;
Wenn ich schon große Mühe habe, unter den Dutzenden von Neuerscheinungen, die im Monat bei mir ankommen, die fünf oder sechs für meine Besprechungen herauszufiltern, wie mag es den vielen Menschen gehen, die ratlos vor Hunderten von neuen Büchern in den Buchhandlungen stehen?&lt;br /&gt;
Wissen Sie, was ich glaube? Menschen, die von sich sagen, sie würden nicht gern lesen, haben einfach Pech gehabt. Pech, dass sie am Anfang ihrer Leselaufbahn die für sie falschen Bücher erwischt haben. Das alles hätte ich dem anonymen Kritiker gern genau so geantwortet. Und ich hätte am Ende sogar noch einen freundlichen Gruß angefügt.&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Tue, 01 Jan 2013 21:22:00 +0100</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2013/01/01/das-roeschen-in-der-buchhandlung/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Robert Seethaler - Der Trafikant</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/12/09/robert-seethaler-der-trafikant/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 09.12.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Robert Seethaler erzählt die Geschichte von Franzl, der sein Heimatdorf verlässt und in Wien in einer Trafik &amp;#8211; einem Tabak- und Zeitungsgeschäft &amp;#8211; Lehrling wird. Dort begegnet er eines Tages dem Stammkunden Sigmund Freud.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/12/09/robert-seethaler-der-trafikant/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/seethalertrafikant100_v-TeaserAufmacher.jpeg&quot; title=&quot;Cover: Robert Seethaler - Der Trafikant&quot; alt=&quot;Cover: Robert Seethaler - Der Trafikant&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Zu Beginn des Romans schwimmt ein Mann im See, mitten im Gewitter, und schreit vor Vergnügen. Nur wird der fröhliche Alois Preininger leider in demselben Moment vom Blitz erschlagen. So kann eine bewegende Geschichte ihren Anfang nehmen. Sie beginnt im Jahre 1937 in Österreich, im Salzkammergut. Der Preininger hat die Mutter vom Franzl geliebt, sie finanziell untersützt. Das ist jetzt vorbei, Franzl muss in die Welt hinaus, nach Wien, zum Geldverdienen. Er wird Lehrling bei Otto, der eine Trafik besitzt, einen kleinen Tabak- und Zeitungsladen. Zu den Stammkunden gehört auch der Professor. Und als sich der Franzl unglücklich verliebt, da fragt er eben diesen Professor um Rat. Sigmund Freud muss ihm sagen, dass er die Frauen auch nicht so recht versteht, auch wenn sie bei ihm auf der Couch liegen. Aber der alte Mann und der junge Mann werden Freunde.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Dann kommt das Jahr 1938 und der Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland. In Wien werden die Juden aus der Stadt  geprügelt, der Professor flieht nach London, Otto wird von der Gestapo weggeschafft, Franzl wird der neue Trafikant.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Der Autor&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Robert Seethaler wurde in Wien geboren, ist 46 Jahre alt und wurde für seine Bücher und Drehbücher mehrfach ausgezeichnet. Er lebt und schreibt in Wien und Berlin. Wir haben auf &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 schon zwei seiner früheren Romane empfohlen.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Die Liebe und die Psychoanalyse, die Nazis und der Terror, die feigen Bürger und die wenigen Mutigen: Das alles beinahe leichthin und wie beiläufig zu beschreiben, ist die große Begabung des Autors Robert Seethaler. Wie er mit Sprache umgeht, wie er Worte findet, für das eigentlich Unsägliche. Sie sind so sanft wie der Schlag eines Schmetterlings. Und treffen mit sachter Wucht doch mitten ins Herz. Dabei ist nichts tieftraurig in diesem Roman, die Gespräche, die der junge Mann mit dem alten Professor über die Liebe und die Frauen führt, sind voll leisem Humor und stiller Ironie.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Der Trafikant erzählt von einem Menschen, der sich sein Herz bewahrt hat. Und es zeigt. Für mich eines der besten Bücher des Jahres 2012.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Robert Seethaler&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Der Trafikant&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Kein und Aber&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 978-3-0369-5645-9&lt;br /&gt;
Preis: 19,90 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Sun, 09 Dec 2012 15:07:00 +0100</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/12/09/robert-seethaler-der-trafikant/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Katharina Mahrenholtz &amp; Dawn Parisi - Literatur!</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/11/25/katharina-mahrenholtz-dawn-parisi-literatur/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 25.11.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;In diesem Buch stehen knapp zusammengefasst die wichtigsten Romane der Weltliteratur, intelligent und witzig gegliedert &amp;#8211; Small-Talk-Infos und eine Rubrik für Einsteiger. Großartig, sagt Christine Westermann.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/11/25/katharina-mahrenholtz-dawn-parisi-literatur/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/literatur156_v-TeaserAufmacher.jpeg&quot; title=&quot;Cover: Katharina Mahrenholtz &amp;amp; Dawn Parisi - Literatur!&quot; alt=&quot;Cover: Katharina Mahrenholtz &amp;amp; Dawn Parisi - Literatur!&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Nehmen wir das Beispiel Proust. Der Vorname fällt einem vielleicht gerade noch ein: Marcel. Sein berühmtestes Buch? Jetzt wird es eng, oder? &amp;#8220;Die Suche nach der verlorenen Zeit.&amp;#8221; Was wissen Sie über den Roman? Nichts? Macht nichts. Können Sie in diesem wunderbaren Buch ganz schnell nachlesen. Inhalt, steht da, kann man nur schwer zusammenfassen. Es gibt sieben Bände, aber keine Handlung. Nur so etwas wie gedankliche Abschweifungen. Lange gedankliche Abschweifungen. Und endlos viele Personen. 500 etwa.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Dann kommt die Rubrik &amp;#8220;Für Einsteiger&amp;#8221;: Lesen Sie bis zur berühmten Madeleineszene. Der Ich-Erzähler isst ein Stück Gebäck zum Tee, wird durch den Geschmack in die Vergangenheit katapultiert, und dann geht es richtig los mit dem ganzen Erinnern. Wem das Buch bis hierhin gefallen hat, kann sich die restlichen sechs Bände kaufen und hat Lesestoff für die nächsten Jahre. Wer sich bis zur Madeleinszene gequält hat, kann hier aufhören. Auf den nächsten 3.000 Seiten wird es so weitergehen wie bisher. Folgt die Small-Talk-Info: Marcel Proust war zeitlebens völlig verfroren, trug immer mehrere Pullover übereinander, schlief im Pelzmantel, zog ihn auch nicht aus, wenn er im Restaurant oder bei Freunden saß. Hat nichts geholfen. Er starb nach einer Erkältung an einer Lungenentzündung.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Autorinnen&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Katharina Mahrenholtz und Dawn Parisi leben in Hamburg, die eine ist Verlagsfrau, die andere Journalistin.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;In diesem Buch stehen kurz und knapp zusammengefasst, nie länger als eine halbe Seite, die wichtigsten Romane der Weltliteratur. Und all das, was Sie schon immer mal darüber wissen wollten. Intelligent und witzig gegliedert in Small-Talk-Infos mit ziemlich schrägen Details oder die Rubrik &amp;#8220;Für Einsteiger&amp;#8221;. Dieses Buch ist großartig. Ich habe es wie einen guten Roman gelesen, bin immer wieder hängengeblieben, habe laut gelacht, mich gefreut und  dieses wirklich witzige Sachbuch schon mehrmals verschenkt. Sicher auch, weil es mir aus der Seele spricht.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Es amüsiert sich still über diesen weitverbreiteten Drang, immer und überall mitreden zu müssen. Über all die Wichtigtuer, die sich mit ihrem literarischen Wissen brüsten und Sie auf einer Party mit einem Glas Wein in der Hand über die wirklich wichtigen Klassiker der Weltliteratur gönnerhaft belehren wollen. Ab sofort können Sie dann still in sich hineingrinsen und schweigen, weil Sie es besser wissen. Oder zurückschlagen, mit einem schönen Detail aus dem Leben von Marcel Proust (der unglücklich in seinen verheirateten Chauffeur verliebt war). Ernest Hemingway sagte mal: Ein Klassiker ist ein Buch, das die Leute loben, aber nicht gelesen haben. Stimmt doch, oder? Und woher kenne ich das Zitat. Aus diesem Buch. Literatur! Ausrufungszeichen. Und das steht da wirklich zu Recht.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Katharina Mahrenholtz &amp;amp; Dawn Parisi&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Literatur!&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Eine Reise durch die Welt der Bücher&lt;br /&gt;
Hoffmann und Campe Verlag&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 978-3-455-38116-0&lt;br /&gt;
Preis: 19,99 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Sun, 25 Nov 2012 15:05:00 +0100</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/11/25/katharina-mahrenholtz-dawn-parisi-literatur/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Mark Watson - Überlebensgroß</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/11/09/mark-watson-ueberlebensgross/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 09.11.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Dominic ist ein Hochzeits-Fotograf in London. Dass er selbst immer im Hintergrund steht, nie zum Mittelpunkt wird, kennt er schon von klein an. Eine besonders innige Beziehung pflegt er lediglich zu seiner Schwester.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/11/09/mark-watson-ueberlebensgross/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/markwatson100_v-TeaserAufmacher.jpeg&quot; title=&quot;Cover: Robert Goolrick -Ein wildes Herz&quot; alt=&quot;Cover: Robert Goolrick -Ein wildes Herz&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Dominic ist ein Fotograf in London, Spezialgebiet Hochzeiten. Er ist sehr begabt, hat den etwas anderen, den besonderen Blick auf die Brautpaare. Seit er 17 ist, fotografiert er Samstag für Samstag Braut und Bräutigam am vermeintlich glücklichsten Tag ihres Lebens. Dass er selbst immer im Hintergrund steht, nie zum Mittelpunkt wird, kennt er schon von klein an. Von seinem älteren Bruder Max wird er schikaniert, im besten Fall ignoriert. Seine große Schwester Viktoria, zehn Jahre älter als er, ist erst seine Beschützerin, dann seine Vertraute. Er ist der einzige, der um ihr kompliziertes, aufregendes Leben weiß. Und je älter Dominic wird, desto intensiver wird die Beziehung zwischen Bruder und Schwester. Das ändert sich auch nicht, als er eines Tages selbst heiratet und Vater einer Tochter wird. Im Gegenteil. Immer stärker fühlt er sich zu seiner Schwester hingezogen.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Der Autor&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Mark Watson ist Brite, geboren in Bristol. Wenn man liest, was er alles macht, kann man davon ausgehen, dass sein Tag mehr als 24 Stunden hat. Er arbeitet als Autor, Kolumnist, Radio-und Fernsehmoderator und erfolgreicher Stand-up-Comedian. Ist studierter Literaturwissenschaftler und Umweltaktivist. Führt seit 2010 einen täglichen Blog, in dem er sein Leben von dreißig bis vierzig aufzeichnen will. Das muss er dann nach meinen Berechnungen noch acht Jahre machen, denn Mark Watson ist jetzt 32 Jahre alt. Er lebt mit Frau und Sohn in London.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Klarer Fall von Inzest könnte man meinen, wenn man die Handlung so kurz zusammengefasst liest. Nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz richtig. Die &amp;#8220;Bruder liebt -Schwester-Geschichte&amp;#8221; kommt viel feiner, viel interessanter daher.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Sie ist halb Tragödie, halb Komödie, die Biografie dieser Familie, in der alles verhältnismäßig normal wirkt, aber nichts wirklich normal ist. In der der Vater mit zunehmendem Alter rührend peinlich wird, die Mutter eine außereheliche Affäre hat, der Bruder sich in ein neureiches Ekel verwandelt, die Schwester in Sachen Männer nichts anbrennen lässt und Dominic, der jüngste Sohn, von Anfang an verloren hat. Er ist einer, der viel zu früh beschlossen hat, nicht mehr zu wachsen. Schon gar nicht über sich hinaus. Aber eines Tages tut er es doch. Ausgerechnet an einem Ort, an dem er schon sein halbes Leben verbracht hat: auf einer Hochzeit. Aber diesmal ist es nicht irgendeine. Es ist die Hochzeit seiner Tochter, an der er sich etwas Ungeheuerliches traut.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Ein Roman, in den man mühelos hineinrutscht, der einen sehr sanft gefangen hält und wenn alles vorbei ist, dann ist es wie im Kino nach einem guten Film. Man will noch eine Weile sitzen bleiben, ehe man wieder rausgeht ins eigene Leben.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Autor: Mark Watson&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Überlebensgroß&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Heyne-Verlag&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 978-3453437128&lt;br /&gt;
Preis: 19,99 Euro (gebundene Ausgabe)&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Fri, 09 Nov 2012 15:02:00 +0100</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/11/09/mark-watson-ueberlebensgross/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Robert Goolrick - Ein wildes Herz</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/10/28/robert-goolrick-ein-wildes-herz/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 28.10.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Eine Geschichte wie aus einem Hollywoodfilm &amp;#8211; nur ohne Happy End. &amp;#8220;Ein wildes Herz&amp;#8221; spielt in den 40er Jahren in einer Kleinstadt in Virginia und entwickelt sich langsam, düster und ungeheuer spannend.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/10/28/robert-goolrick-ein-wildes-herz/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/wildesherz100_v-TeaserAufmacher.jpeg&quot; title=&quot;Cover: Robert Goolrick -Ein wildes Herz&quot; alt=&quot;Cover: Robert Goolrick -Ein wildes Herz&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Die Handlung spielt in den &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;USA&lt;/span&gt;, Ende  der vierziger Jahre. Ein Mann kommt mit zwei Koffern in eine Kleinstadt in Virginia, wo jeder jeden kennt. Ein Typ, der erstmal wochenlang in seinem seinem Pick-up im Freien übernachtet und sich von den Menschen fernhält, fällt auf.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Wer ist dieser Charlie Beale, der eine Menge feinstgeschliffener Schlachtermesser besitzt, der perfekt wie kein anderer mit dem Schlachtvieh umgeht und schließlich einen Job in der einzigen Metzgerei der Stadt bekommt? Sie wissen nicht, wer er ist, aber alle Kundinnen mögen den einsamen, gutaussehenden Mann. Und Sam, der fünfjährige Sohn des Metzgers, liebt Charlie bald wie einen zweiten Vater. Eines Tages kommt eine unbekannte Frau in den Laden. Jung, schön, mit einem Kleid wie aus Hollywood und einer riesigen Sonnenbrille. Keine, die in das verschlafene Nest passt. Genausowenig wie Charlie. Vielleicht auch deshalb eine, die er unbedingt lieben will. Auch wenn alle dagegen sind. Und alles dagegen spricht.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Der Autor&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Robert Goolrick hat ein Leben, aus dem er prima einen Roman machen könnte. Er wuchs in einer Kleinstadt in Virgina (wo auch der aktuelle Roman spielt) auf. Einem  Nest, in dem die Leute zu seiner Zeit zwei Hobbys nachgingen: Whiskey trinken und Geschichten über die anderen Leute in der Stadt erzählen. Robert Goolrick selbst ging als junger Mann für ein paar Jahre nach Europa, wollte Maler oder Schauspieler werden, schrieb stattdessen eine Novelle. Daraufhin enterbten ihn seinen Eltern, er kam nach New York, wurde Werbetexter. Als er Anfang 50 war, wurde er gefeuert. Und schrieb schließlich einen Bestseller, &amp;#8220;Die verlässliche Frau&amp;#8221;. Das neue Buch ist sein Viertes. Wie alt Robert Goolrick ist, kann ich nicht sagen. Sein Alter gibt er nirgendwo preis. Dem Foto im Buch nach zu urteilen, ist er nicht mehr ganz jung&amp;#8230; über 60 sicher.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Eine unglaublich starke Geschichte. Die sich allerdings nur zögernd, fast mühsam in Bewegung setzt, wie eine alte Dampflok. Es braucht erstmal eine Menge Kohlen, ehe im Kessel genügend Glut entsteht, der Zug ordentlich Fahrt aufnimmt, und es irgendwann völlig klar ist, dass bei derart hoher Geschwindigkeit alles in einem gewaltigen Crash enden muss. Kann gut sein, dass ich da jetzt ein ziemlich altmodisches Bild bemühe, aber genau dazu verleitet dieser Roman. Er kommt düster und gefährlich daher, wie ein Schwarz-Weiß-Drama aus dem alten Hollywood. Der Erzählstil ist beinahe gemächlich, aber dennoch baut sich eine ungeheuere Spannung auf, die im letzten Drittel des Buches explodiert. Nicht mit großem Getöse, bei aller Brutalität doch eher sachte. Dass sie dann alle, der verliebte Mann, die schöne Frau, der kleine Junge und all die anderen Bewohner dieser gottverdammten Kleinstadt in solch einer Tragödie enden, lässt einen überrascht zurück, aber man hätte es wissen können: Hollywood eben, nur ganz ohne Happy End. Richtig, jetzt kommen die trüben Tage. Deshalb passt auch dieses Buch wie kein anderes. Und das meine ich durchaus positiv.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Robert Goolrick&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Ein wildes Herz&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: btb&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 978-3442753741&lt;br /&gt;
Preis: 19,99 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Sun, 28 Oct 2012 14:59:00 +0100</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/10/28/robert-goolrick-ein-wildes-herz/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Grégoire Delacourt - Alle meine Wünsche</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/10/21/gr-goire-delacourt-alle-meine-wuensche/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 21.10.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Eine Frau in einem kleinen Nest in Nordfrankreich, die ein bescheidenes Leben führt. Ein eher zufällig ausgefüllter Lottoschein. 18 Millionen Gewinn &amp;#8211; die zu einer unerwarteten Tragödie führen.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/10/21/gr-goire-delacourt-alle-meine-wuensche/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/allemeinewuensche100_v-TeaserAufmacher.jpeg&quot; title=&quot;Cover: Grégoire Delacourt - Alle meine Wünsche&quot; alt=&quot;Cover: Grégoire Delacourt - Alle meine Wünsche&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Die Geschichte spielt in einem kleinen Nest im Norden Frankreichs. Jocelyne hat einen Kurzwarenladen, verkauft Stoffe, Knöpfe, Nadel, Garn. Sie ist 47 Jahre alt, schon ewig verheiratet, die zwei Kinder sind groß, längst aus dem Haus. Das Leben plätschert so vor sich hin, sie hat Sehnsucht, aber wonach, ist ihr nicht klar. &lt;br /&gt;
Sie liebt ihren Mann. Glaubt sie jedenfalls. Sie hofft noch immer, er könne sie schön finden, weiß aber auch, dass er das noch nie getan hat. Mit ihrem bescheidenen Leben ist Jocelyn ganz zufrieden. Sie ist nicht glücklich, aber unglücklich ist sie eben auch nicht. Nur weil ihre Freundinnen nicht locker lassen, füllt sie eines Samstags einen Lottoschein aus. Gewinnt 18 Millionen und erzählt keinem Menschen etwas davon. Dass im Leben Dinge schiefgehen können, weiß sie. Aber dass mit einem Lottogewinn eine derartige persönliche Tragödie über sie hereinbrechen würde, konnte Jocelyne nicht ahnen.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Der Autor&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Wurde 1960 dort  geboren, wo die Geschichte dieses Romans spielt, in Nordfrankreich. Heute lebt er mit seiner Familie in Paris. Grégoire Delacourt war Werbetexter und bekam schon für seinen ersten Roman sehr gute Kritiken und ein paar Literaturpreise. Sein zweiter Roman &amp;#8220;Alle meine Wünsche&amp;#8221; wurde in Frankreich ein Bestseller und erscheint in diesem Herbst weltweit in  zahlreichen Ländern.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Das Umschlagbild vorne auf dem Buch sieht bieder, trist und fast ein wenig trostlos aus. Und dann noch der Titel: Alle meine Wünsche. Titel und Bild, eine ausgesprochen müde Kombination und damit ein Buch zum Weglegen. Man lügt sich immer an, heißt der erste Satz. Manchmal genügt mir schon ein kleiner erster Satz wie dieser, um dennoch meine Aufmerksamkeit zu wecken. &lt;br /&gt;
Das Buch hat nur knapp 130 Seiten, aber es hat  es in sich. Der Ton ist ruhig, bedächtig, ändert sich auch nicht, als die Geschichte durch den Lottogewinn eine völlig unerwartete Wendung nimmt. Nein, es wird nicht das Klischee von der Lottomillionärin beschrieben, die sich alle Wünsche erfüllen kann und dennoch nicht recht glücklich wird. Es passiert etwas anderes, etwas Ungeheuerliches. Man verfolgt beim Lesen mit stillem Staunen, wie sachte, beinahe belanglos sich eine persönliche Tragödie entwickelt und wie zurückhaltend sie beschrieben wird.&lt;br /&gt;
Wann hat man Lust, ein Buch zu empfehlen? Wenn kleine Geschichten in einem selbst große Wirkung entfalten. Wenn sie noch lange nachhallen. Dieser Roman mit dem langweiligen Titel und dem öden Umschlag ist ein Buch, das ich sehr gern empfehle.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Grégoire Delacourt&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Alle meine Wünsche&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Hoffmann und Campe&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 978-3-455-40384-8&lt;br /&gt;
Preis: 15,99 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Sun, 21 Oct 2012 14:53:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/10/21/gr-goire-delacourt-alle-meine-wuensche/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Penelope Lively - Familienalbum</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/30/penelope-lively-familienalbum/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 23.09.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Ein Familienroman um Geheimnisse, kleine und große Ungerechtigkeiten und die Unordnung des alltäglichen Lebens. Witzig und streckenweise sehr spannend geschrieben von der im Mai geadelten Penelope Lively.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/09/30/penelope-lively-familienalbum/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/familienalbumliveleypenelope100_v-TeaserAufmacher.jpeg&quot; title=&quot;Cover: Penelope Lively - Familienalbum&quot; alt=&quot;Cover: Penelope Lively - Familienalbum&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Sie leben in einer sehr üppigen aber ziemlich heruntergekommenen Villa. Alison , die Mutter, liebt ausnahmslos  alles was mit Familienleben zu tun hat. Das Kochen, Backen, Waschen, Kinderkriegen, Kinderknuddeln Geburtstage, Weihnachten und das ganz alltägliche Chaos. Anders als Charles, ihr Ehemann. Ein Schriftsteller, der irgendwie da ist, aber gleichzeitig komplett abwesend. Einer, der sich in seinem Arbeitszimmer einschließt, Liebe komplett überbewertet findet und sich selbst wahrscheinlich am meisten wundert, dass er an der Zeugung von sechs Kinder nachweislich beteiligt war. Man möchte beim Lesen dieser Famileingeschichte gern glauben, dass es irgendwie doch ganz kuschelig ist, aber das gelingt nicht ganz. Denn irgendwas stimmt nicht. Denn warum kehren &amp;#8211; bis auf eines &amp;#8211; alle Kinder diesem Haus den Rücken, hauen ab, je weiter weg, desto besser?&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Autorin&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Penelope Lively ist in Großbritannien eine sehr bekannte Schriftstellerin. Sie ist fast siebzig Jahre alt, hat viele Kinderbücher, ein Dutzend Romane und einige Novellen und Kurzgeschichten geschrieben. Für eines ihrer Bücher &amp;#8220;Moontiger&amp;#8221; bekam sie den  Booker Preis, die wichtigste Literaturauszeichnung in Großbritannien.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Kennst Du eines dieser Familiengeheimnisbücher, kennst Du alle. Habe ich zumindest zu Beginn gedacht. Und mich erstmal gesträubt. Vergeblich. Dieser Roman zieht einen sehr geschickt auf seine Seite. Und damit mitten hinein in die Unordnung, ins Geschrei, in die kleinen Prügeleien und großen Ungerechtigkeiten. Man spürt die Verletzungen und ahnt die Narben,die bleiben werden. Man lässt sich allerdings lange vom Duft des frisch gebackenen Zitronenkuchens einlullen, ehe man merkt, dass es eben gar nicht so heimelig zugeht. Die Familiengeschichte wird im Rückblick erzählt. Von jedem der sechs Kinder. Das ist gut gemacht, witzig und streckenweise sehr spannend.&lt;br /&gt;
Erstaunlich fand ich wirklich, wie lange mir dieses Buch noch im Kopf herumging. Was macht eine Familie eigentlich aus, habe ich mich gefragt. Wieviel Kraft braucht es, alle und alles zusammenzuhalten? Was nehmen sechs Kinder vom Familienleben in ihr eigenes mit? Nein,kein wirkliches Problembuch. Eine angenehme Lektüre, wie eine gute Familienserie. Am Ende habe ich mir fast auch gewünscht, in dieser großen Familie aufgewachsen zu sein. Aber eben nur fast.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Penelope Lively&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Familienalbum&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Bertelsmann&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 3570100677&lt;br /&gt;
Preis: Euro 17,99&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Sun, 30 Sep 2012 13:24:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/30/penelope-lively-familienalbum/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/23/john-green-das-schicksal-ist-ein-mieser-verraeter/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 23.09.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Die Geschichte zweier amerikanischer Jugendlicher, die sich in Indianapolis in einander verlieben. Soweit, so alltäglich. Doch beide haben Krebs, dem Mädchen geben die Ärzte nicht mehr viel Zeit. Scharfsinnig, humorvoll, geschliffen.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/09/23/john-green-das-schicksal-ist-ein-mieser-verraeter/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/greenschicksal100_v-TeaserAufmacher.jpeg&quot; title=&quot;Cover: John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter&quot; alt=&quot;Cover: John Green - Das Schicksal ist ein mieser Verräter&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Die Geschichte spielt in den &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;USA&lt;/span&gt;, in Indianapolis. Hazel ist 16 Jahre alt, sie hat Lungenkrebs. Wie lange sie noch leben wird, ist ungewiss, die Ärzte geben ihr nicht mehr viel Zeit. In einer Selbsthilfegruppe lernt sie Gus kennen, auch er hat Krebs, durch die Krankheit ein Bein verloren, seine Überlebenschancen aber sind, sagen die Ärzte, sehr gut. Er fühlt sich sofort zu ihr hingezogen, sie zögert, hat Angst sich zu verlieben, so kurz vor dem Sterben. &lt;br /&gt;
Als sie Gus ihren größten Wunsch anvertraut, den Autor ihres Lieblingsbuches kennenzulernen, macht  er diesen Traum für sie wahr. Sie fliegen zu dem Mann nach Amsterdam. Und mehr darf man von dieser Geschichte unter keinen Umständen preisgeben. Warum? Wenn man das Buch gelesen hat, ist klar, warum. &lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Zwanzig Stunden und eine geklaute Kreditkarte später steht das Mädchen im Schlafzimmer der Mutter, im Pink Hotel in Venice Beach in Kalifornien. Unten im Hotel hört man noch den abebbenden Lärm der betrunkenen und bekifften Trauergäste. Das Mädchen findet unter dem Bett einen roten Koffer, wirft ein paar Kleider der toten Mutter hinein, will mit einer Erinnerung zurück nach London. Aber sie bleibt, viele Monate. Denn im Koffer findet sie eine Spur in das aufregende Leben der Mutter und zu den Männern, die sie geliebt haben. Und einem von ihnen kommt die Tochter näher, ohne von seinem Vorleben zu wissen.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Der Autor&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;John Greene hat seit 2007 mehrere Jugendromane geschrieben, die sofort Bestseller wurden und Preise bekamen. &amp;#8220;Das Schicksal ist ein mieser Verräter&amp;#8221; aber toppt alles. Das Buch war in den &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;USA&lt;/span&gt; 2011 schon Wochen vor seinem Erscheinen auf der Bestsellerliste, der Autor signierte vorab hundertfünzigtausend vorbestellte Bücher. Seit seinem Erscheinen im letzten Jahr steht das Buch auf der Bestsellerliste der &amp;#8220;New York Times&amp;#8221; ganz oben. John Greene lebt mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn in Indiana. Und legt großen Wert auf die Tatsache, dass die Geschichte von Hazel und Gus frei erfunden ist.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Fast hätte ich das Buch übersehen. Obwohl das mit dem Übersehen schwierig ist. Überall in den Zeitungen sind mir die großformatigen Anzeigen aufgefallen, in denen das Buch hochgelobt wird. Nicht einfach so. Beinahe zärtlich schreiben sehr erwachsene Kritiker, wie sehr sie dieser Roman berührt habe. Wie die Geschichte von Hazel und Gus zu den schönsten, den emotionalsten gehört, die sie seit langem gelesen haben. Dabei hat John Green den Roman für Jugendliche und nicht für Erwachsene geschrieben, aber eigentlich ist das auch egal. So klar, so intelligent, scharfsinnig, humorvoll und witzig hat wohl noch nie jemand über die Liebe zum Leben, das Sterben und den Tod geschrieben. Ich habe lange gezögert, das Buch zu lesen. Ich wollte nicht erschüttert werden, wollte nicht eintauchen in das Leid anderer Menschen. Völlig falsch.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Man versinkt nicht in Dunkelheit und Trübsinn, wenn man diese Geschichte liest. Man hat zu keiner Sekunde Mitleid mit Hazel und ihren krebskranken Freunden. Dafür spürt man beinahe sofort etwas viel Wichtigeres: einen unglaublichen Respekt für diese jungen Menschen. Wie sie auf den allgegenwärtigen Krebs-Bonus pfeifen. Wie sie ihre eigenen Grabreden halten, weil sie bald sterben werden und bei ihrer Beerdigung gern dabei wären. Der Ton ist zuweilen heftig, ernst, aber wechselt mit einer unglaublich guten, geschliffenen Sprache immer wieder schnell ins Ironische, Witzige, Humorvolle. Wie einer der erwachsenen Kritiker es ebenso gut wie einfach formuliert hat: &amp;#8220;Du lachst und Du heulst und dann kommst du wieder und willst mehr.&amp;#8221;&lt;br /&gt;
Was für ein Buch.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;John Green&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Das Schicksal ist ein mieser Verräter&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Hanser&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 3446240098&lt;br /&gt;
Preis: 16,90 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Sun, 23 Sep 2012 13:21:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/23/john-green-das-schicksal-ist-ein-mieser-verraeter/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Anna Stothard - Pink Hotel</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/anna-stothard-pink-hotel/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 02.09.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Pink Hotel &amp;#8211; das ist großes Kino. Berührend, meint &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; Buchexpertin Christine Westermann, wegen der Menschen, die in diesem Buch eine Rolle spielen. Das Ende: wie aus dem richtigen Leben. Unbedingt lesenswert.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/09/03/anna-stothard-pink-hotel/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/annastothard100_v-TeaserAufmacher.jpg&quot; title=&quot;Cover: Anna Stothard - Pink Hotel&quot; alt=&quot;Cover: Anna Stothard - Pink Hotel&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Das Pink Hotel steht in Los Angeles, aber die Geschichte beginnt in London, wo eine 17-jährige mit ihrem Vater und einer nervenden Stiefmutter lebt. An ihre richtige Mutter Lily hat sie kaum eine Erinnerung, sie ist schon lange verschwunden. Den Vater fragt die Tochter schon lange nicht mehr nach ihr, er bleibt stumm. Bis eines Tages das Telefon klingelt und ein Beamter aus L.A. sich meldet. Lily, die verschollene Mutter, ist dort tot gefunden worden, vor wenigen Tagen erst.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Zwanzig Stunden und eine geklaute Kreditkarte später steht das Mädchen im Schlafzimmer der Mutter, im Pink Hotel in Venice Beach in Kalifornien. Unten im Hotel hört man noch den abebbenden Lärm der betrunkenen und bekifften Trauergäste. Das Mädchen findet unter dem Bett einen roten Koffer, wirft ein paar Kleider der toten Mutter hinein, will mit einer Erinnerung zurück nach London. Aber sie bleibt, viele Monate. Denn im Koffer findet sie eine Spur in das aufregende Leben der Mutter und zu den Männern, die sie geliebt haben. Und einem von ihnen kommt die Tochter näher, ohne von seinem Vorleben zu wissen.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Autorin&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Anna Stothard ist noch jung, 29 Jahre alt, in London geboren, wo sie auch lebt. Sie hat in Oxford englische Literatur studiert, ging dann nach Los Angeles, an das American Film Institute, um zu lernen, wie man Drehbücher schreibt. Die Filmrechte für dieses Buch, ihr zweites, sind bereits verkauft. Während ihres Studiums hat Anna Stothard übrigens in Hollywood ganz in der Nähe eines kleinen Hotels gewohnt. Sein Name: Pink Hotel.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Sagt man doch mal schnell, wenn einem etwas sehr gut gefällt: Das ist großes Kino. Aus diesem Roman ließe sich  tatsächlich großes Kino machen, verfilmt vor der beeindruckenden Kulisse Hollywoods. Nein, falsch: das wird nicht rührend, es wird höchstens berührend. Wegen der Menschen, die in diesem Buch eine Rolle spielen. Zum einen die, die das mit dem Lieben und dem Leben schon hinter sich haben und zum anderen jene, die gerade erst damit anfangen und noch staunen können, wenn sie glauben, dass so die große Liebe ist.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Das ist der eher sanfte Teil des Romans. Der harte und brutale holt einen in die Wirklichkeit zurück. Es wird ordentlich geraucht und getrunken und gekifft in diesem Buch, das macht einen hin und wieder ein bisschen müde und mürbe, aber selbst leicht benebelt hält der Roman die Form und die Spannung. Es gibt ein gutes Ende. Und das heißt in diesem Fall kein Hollywood-Happy End. Es ist eines aus dem richtigen Leben. Nicht ganz glücklich, aber auch nicht ganz traurig. Das ist richtig gut gemacht. Nicht nur das Ende, der ganze Roman.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Anna Stothard&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Pink Hotel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Diogenes&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 978-3257300079&lt;br /&gt;
Preis: 14, 90 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 12:26:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/anna-stothard-pink-hotel/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Vea Kaiser - Blasmusikpop</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/vea-kaiser-blasmusikpop/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 18.08.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Hoch oben in den Alpen, abgeschieden vom Rest der Welt, liegt das Dorf St. Peter. Zwei Bewohner verfallen der Wissenschaft und bringen sie in die Berge. Christine Westermann wettet: Das wird ein Bestseller.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/09/03/vea-kaiser-blasmusikpop/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/veakaiser100_v-TeaserAufmacher.jpg&quot; title=&quot;Cover: Vea Kaiser - Blasmusikpop&quot; alt=&quot;Cover: Vea Kaiser - Blasmusikpop&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Hoch oben in den Alpen liegt, abgeschieden vom Rest der Welt, das Dorf St. Peter. Dass sie weit weg vom Rest der Welt sind, ist den St. Petrianern gerade recht. Sie sind durchaus zufrieden und mit sich und ihrer kleinen Welt seit Jahrhunderten im Einklang.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Alle? Nein, es gibt zwei Außenseiter, Großvater Johannes und sein Enkel. Sie verfallen beide der Wissenschaft. Der Alte der Medizin und einem fast fünfzehn Meter langen Fischbandwurm , der Junge dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot. Der Opa erlebt leider nicht mehr mit, wie der Enkel raus will in die weite Welt, die er hinter den Bergen vermutet. Er geht als erster aus dem Dorf in die Stadt aufs Gymnasium, aber als er dort unerwartet durchs Abi rauscht, kehrt er tief betrübt zurück. Und sieht die St. Petrianer und ihre Fähigkeiten allmählich mit ganz anderen Augen. Was wiederum weitreichende, um nicht zu sagen sensationelle Folgen für die Dorfgemeinschaft hat.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Autorin&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Vea Kaiser ist Österreicherin, hat in Wien Philologie studiert. Bis zu ihrer Pensionierung will sie die gesamte altgriechische Literatur übersetzt haben. Könnte klappen, sie ist gerade mal 24 Jahre alt. An Stammtischen und Biertresen hält sie regelmäßig Vorlesungen über Literatur. Ansonsten beschäftigt sie sich mit Fußball. Und Stöckelschuhen. Blasmusikpop ist ihr Debütroman.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Was für ein Buch!!&lt;br /&gt;
Ich bin ein ziemlich leichtfertiger Wetter, schlage gern und schnell ein. Mit der Folge, dass am Ende immer ich die Flasche Sekt zahlen muss.&lt;br /&gt;
In diesem Falle würde ich eine ganze Kiste wetten, dass dieses Buch ein Bestseller wird. Es ist so fröhlich und komisch, so frisch und witzig. Eine Geschichte, die immer ganz nah an der möglichen Wirklichkeit und trotzdem ungeheuer schräg und abgefahren ist. Gut, an der einen oder anderen Stelle geht die studierte Philologin mit der Autorin durch, aber selbst das ist in Maßen amüsant.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Und wenn am Schluss tatsächlich diese berühmte Bundesligafußballmannschaft, die jeder von uns kennt&amp;#8230;aber nein, ich werde der Geschichte auf keinen Fall vorgreifen. Würde vermutlich auch gar nicht gehen, denn richtig zusammenhängend kann man nicht erzählen, was passiert. Dafür passiert einfach zuviel. Beim Lesen fügt sich dennoch alles mühelos zusammen und ergibt ein Kaleidoskop, das in den schönsten Farben leuchtet. Ja, dieses Buch leuchtet und gibt das an den Leser weiter. Weil man viele Stunden richtig gut unterhalten wird, hat man dieses Leuchten beständig im Gesicht. Und im Herzen sowieso.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Julie Otsuka&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Wovon wir träumten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Mare&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 3866481799&lt;br /&gt;
Preis: 18 Euro&lt;br /&gt;
Preis: 18,95 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 12:23:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/vea-kaiser-blasmusikpop/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Julie Otsuka - Wovon wir träumten</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/julie-otsuka-wovon-wir-traeumten/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 22.07.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Junge Frauen verlassen Anfang des letzten Jahrhunderts hoffnungsvoll Japan, um nach Kalifornien auswandern und dort zu heiraten. Doch dort erwartet sie ein hartes Leben in einer fremden Kultur.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/09/03/julie-otsuka-wovon-wir-traeumten/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/wovonwirtraeumtencollage100_v-TeaserAufmacher.jpg&quot; title=&quot;Cover: Julie Otsuka - Wovon wir träumten&quot; alt=&quot;Cover: Julie Otsuka - Wovon wir träumten&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Die Handlung erzählt die Geschichte junger Frauen, die Anfang des letzten Jahrhunderts Japan verlassen, um nach Kalifornien auswandern und dort zu heiraten. Sie kennen ihre zukünftigen Ehemänner nur von den Fotos der Heiratsvermittler.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Die haben allerdings gelogen. Aber das wissen die jungen Frauen noch nicht. Sie fahren auf einem Schiff mit Kurs San Francisco. Sie träumen davon, im fernen Amerika ihr Glück zu finden. Ein Land, von dem sie nur vage oder gar keine Vorstellungen haben. Sie hoffen, träumen, spekulieren wild: Wartet jenseis des Ozeans die große Liebe? Meistens nicht. Stattdessen schlecht bezahlte Knochenarbeit auf den Feldern und in den Haushalten der reichen Amerikaner. Die Frauen ringen mit der fremden Kultur, der Sprache, sie bringen Kinder zur Welt, die später ihre asiatische Herkunft verleugnen. Dann der zweite Weltkrieg und Pearl Harbour. Für lange Zeit wird man danach keine Japaner mehr in Amerikas Städten sehen. Sie verschwinden einfach oder werden in Internierungslager gezwungen.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Autorin&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;heißt Julie Otsuka, sie ist eine Japanerin, die in Kalifornien aufgewachsen ist. Und vielleicht ist sie sogar eine Ur-Ur-Urenkelin jener Frauen, von denen ihr Buch erzählt. Dieser Roman, ihr zweiter, wurde in diesem Jahr in den &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;USA&lt;/span&gt; mit dem renommierten Pen-Preis ausgezeichnet.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Es ist eine wahre Geschichte, die die Japanerin Julie Otsuka erzählt. Sie hat dafür auf zahlreiche historische Quellen zurückgegriffen. Und dennoch ist es nicht nur eine Geschichte über japanische Einwanderer. &amp;#8220;Dieses kleine Buch hat mir einfach das Herz gestohlen&amp;#8221;, hat eine der Jurorinnen gesagt, die der Autorin in diesem Jahr den Pen-Award  zugesprochen haben. Es stimmt, von der ersten Seite an berührt der Roman das Herz. Und am Ende hat man es tatsächlich verloren, an diese Frauen, an dieses Buch, das bei aller Härte nie seine federleichte Sprache verliert. Immer poetisch bleibt, auch wenn es dramatisch zugeht.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Es gibt keine Hauptpersonen und dennoch entsteht beim Lesen eine ungewöhnliche Nähe zu den namenlosen Frauen. Man hört sie leben, lieben, leiden. Es ist wie Zauberei, was die Autorin mit der Sprache macht. Und wie das beim Zaubern sein sollte,wenn es gut gemacht ist, kommt man nicht hinter den Trick, sondern kann ihn nur bestaunen. Die Autorin erzählt mit der Weisheit einer uralten Seele, hat ein Kritiker geschrieben. Vielleicht ist es das, was mich so angezogen hat: die Weisheit einer uralten Seele. Schöner kann man es, glaube ich, nicht ausdrücken.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Julie Otsuka&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Wovon wir träumten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Mare&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 3866481799&lt;br /&gt;
Preis: 18 Euro&lt;br /&gt;
Preis: 18,95 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 12:21:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/julie-otsuka-wovon-wir-traeumten/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Veronique Olmi - In diesem Sommer</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/veronique-olmi-in-diesem-sommer/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 15.07.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Sommer in der Normandie. Ich meine: richtigen Sommer, mit Sonne und blauem Himmel und so. Drei Paare treffen sich am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, um in einem schicken Haus am Meer ein langes Wochenende miteinander zu verbringen.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/09/03/veronique-olmi-in-diesem-sommer/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/veroniqueolmi104_v-TeaserAufmacher.jpg&quot; title=&quot;Cover: Veronique Olmi - In diesem Sommer&quot; alt=&quot;Cover: Veronique Olmi - In diesem Sommer&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Sie tun das schon viele Jahre. Als ihre Kinder noch klein und die Paare noch verliebt waren. Als alle noch glaubten, eine vielversprechende Zukunft vor sich zu haben. Jetzt, viele Jahre später, stehen Denis und Delphine, die Gastgeber, kurz vor der Trennung, die Schauspielerin Marie ist über fünfzig, bekommt keine Rollen mehr, ihr Mann hat eine mittelschwere  Depression, beide aber tun so, als wäre da nichts. Lola, die Single ist, hat wie jedes Jahr einen neuen Lover mitgebracht, dem die beiden anderen Paare insgeheim nicht mehr als dieses Wochenende geben, bevor Lola ihn wieder aussortiert. Diese sechs Menschen geraten auf sehr unterschiedliche Art aneinander. Bis ein Gewitter kommt. Und wie Gewitter es manchmal so an sich haben, reinigen sie. Nicht nur die Luft.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Autorin&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;heißt Veronique Olmi, ist in Nizza geboren und  eine in Frankreich sehr bekannte Autorin. Auf Deutsch sind eher düstere Romane von ihr erschienen, wie &amp;#8220;Meeresrand&amp;#8221; (in dem eine Frau ihre beiden Kinder umbringt) und &amp;#8220;Ein Mann, eine Frau&amp;#8221;. Dass dieser neue Roman wirklich eher sommerleicht daherkommt, war für mich eine schöne Überraschung.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Ich weiß nicht, ob man Bücher in Jahreszeiten einteilen kann. Falls ja, dann ist es ein fabelhaftes Sommerbuch. Intensiv, aber dennoch champagnerleicht wie diese französischen Filme, in denen alle immer an einem großen Tisch irgendwo im Grünen sitzen, ununterbrochen Wein trinken, rauchen, Fische essen und sich zwischendurch lieben, streiten, trennen, versöhnen. Reihenfolge egal. Ein Roman, der Lust in sich trägt. Die Lust auf’s Leben, auf’s Lieben, auf’s Wünschen und Hoffen und das Feiern mit besten Freunden. Aber weder im Leben noch in Romanen prickelt ständig der Champagner. Dennoch wird diese Geschichte nie erdenschwer, platt oder billig. Manchmal vielleicht ein wenig wehmütig und melancholisch, wenn sie um die Fragen kreist, die man sich selbst insgeheim stellt. Was ist aus den Wünschen geworden, von denen man einmal so sicher war, sie würden sich erfüllen lassen? Warum sind die erhofften Wunder ausgeblieben? Wo ist die Sehnsucht hin? Was kommt noch im Leben?&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Es ist ein feines Vergnügen, dieses Buch zu lesen. Nicht nur zur Sommerszeit.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Veronique Olmi&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
In diesem Sommer&lt;br /&gt;
Verlag: Kunstmann&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 978-3-88897-776-3&lt;br /&gt;
Preis: 18,95 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 12:18:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/veronique-olmi-in-diesem-sommer/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Martin Walker - Delikatessen</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/martin-walker-delikatessen/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 17.06.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Martin Walker hat eine hinreißende Mischung aus Krimi, Wein- und Reiseführer geschrieben &amp;#8211; über eine der schönsten Regionen Frankreichs: das Perigord &amp;#8211; auch ein lohnendes Urlaubsziel.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/09/03/martin-walker-delikatessen/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/gaensepastete102_v-TeaserAufmacher.jpg&quot; title=&quot;Cover: Martin Walker - Delikatessen&quot; alt=&quot;Cover: Martin Walker - Delikatessen&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Die Handlung spielt im Perigord, einer Region im Südwesten Frankreichs, in einem malerischen Städtchen namens Saint Denis (das gibt es wirklich). Der nette Bruno, heimlicher Schwarm aller Frauen, ist dort der Chef de Police. Er isst gern, trinkt gern, lebt gern. Hin und wieder hat er gut zu tun, für seinen Geschmack ist manchmal allerdings entschieden zu viel los.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Wenn zum Beispiel die Archäologen, die in der Nähe der Stadt graben, unter Jahrtausende alten Knochen, ein Skelett finden, das ganz sicher in dieses Jahrhundert gehört und obendrein Spuren eines Verbrechens aufweist. Wenn Terroristen ein spanisch-französisches Gipfeltreffen hochgehen lassen wollen. Wenn Tierschützer eine Gänsefarm attackieren.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Was für den Feinschmecker Bruno schlimm ist, weil man bekanntlich aus den Lebern dieser Gänse eine vorzügliche Paté machen kann. Bruno, der Polizeichef, hat also alle Hände voll zu tun, auch die eigenen kommen ins Spiel, denn er trifft eine alte Liebe wieder. Am Ende hat er die losen Krimi-Fäden geschickt zusammengeführt, in Saint-Denis kehrt wieder Ruhe ein. Und Bruno kann seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen: das Leben genießen.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Der Autor&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Ist 65 Jahre alt, geborener Schotte, Historiker und Journalist, war 25 Jahre bei der britischen Tageszeitung &amp;#8220;The Guardian&amp;#8221;. Heute ist er Vorsitzender eines privaten Think-Tanks für Topmanager mit Sitz in Washington. Seine Bruno-Romane erscheinen gleichzeitig in zehn Sprachen. Er lebt in Washington. Und im  Perigord natürlich, im Städtchen Saint-Denis.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Bevor man dieses Buch beginnt, bedarf es einer gewissen Vorbereitung: ein Glas (besser noch eine Flasche) Wein besorgen, dazu ein bisschen Käse, Salami, Oliven. Das alles in Buchnähe aufbauen. Erst dann ist man gerüstet, um den stetigen Speichelsturz zu stoppen, der sich beim Lesen unweigerlich einstellt.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Der Autor Martin Walker versteht es auf geniale Weise, eine vergleichsweise unspektakuläre Kriminalgeschichte mit seinen Geschichten vom Essen und Trinken im Perigord anzudicken. Und das Schöne und Charmante daran ist: der Mann weiß, worüber er schreibt. Wann immer er Urlaub hat, kommt er nach Saint-Denis, er hat dort ein Haus. Den Bürgermeister, den er im Roman beschreibt, gibt es wirklich, den Polizeichef, die Metzger, Bäcker, Winzer, er kennt sie alle. Er hat viele Freunde in der Stadt. Mit ihnen feiert er, wie Bruno im Buch, fröhliche Feste und der Leser kann teilhaben. Am Ende des Romans gibt es eine Internetadresse mit den Rezepten von Brunos/ Martin Walkers Tafelrunden.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Walker beschreibt eine der schönsten Regionen Frankreichs. Dass es da auch Mord und Totschlag gibt, fällt beinahe nicht weiter auf. Martin Walkers Bruno-Romane (Delikatessen ist der vierte) sind eine hinreißende Mischung aus Krimi, Wein- und Reiseführer, hat ein Journalist geschrieben. Nach dieser Lektüre steht das Urlaubsziel für die nächsten Sommerferien fest. Und Prost !!!&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Martin Walker&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Delikatessen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Diogenes&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;:978-3-25706819-1&lt;br /&gt;
Preis: 22,90 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 12:15:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/martin-walker-delikatessen/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Gil Adamson - Hilf mir, Jacques Cousteau</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/gil-adamson-hilf-mir-jacques-cousteau/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 10.06.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/09/03/gil-adamson-hilf-mir-jacques-cousteau/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/hilfmirjaquescousteau100_v-TeaserAufmacher.jpg&quot; title=&quot;Cover: Gil Adamson - Hilf mir, Jacques Cousteau&quot; alt=&quot;Cover: Gil Adamson - Hilf mir, Jacques Cousteau&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;spielt in Kanada und Jacques Cousteau heißt ein Fisch, der in einem trüben Aquarium seine täglichen Runden schwimmt. Beobachtet von Hazel, die von draußen nach drinnen guckt und sich wünscht, jemand könnte ihr helfen, ihre leicht durchgeknallte Familie zu begreifen. Der leicht weltfremde Vater fummelt mit Leidenschaft an Stromleitungen herum, was zur Folge hat, dass jeder in der Familie immer mal wieder ordentlich eine gewischt bekommt und geht mit seiner Tochter nur deshalb häufig ins Kino, weil er da sofort einschlafen kann.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Die Mutter ist extrem abergläubisch. Man darf nur durch die Tür hinausgehen, durch die man auch hereingekommen ist. Sie trägt meistens nur Socken, weil es für ihre großen Füße keine schönen Schuhe gibt. Der kleine Bruder Andrew kann so markerschütternd schreien, dass er die Fenster zum Klirren bringt. Gemeinsam sind sie eine nette Familie, aber das bleibt nicht so. Mit den Jahren gerät alles in Schieflage. Und da kann auch Jacques Cousteau nicht mehr helfen.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Autorin&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Gil Adamson ist Kanadierin, 51 Jahre alt, lebt in Toronto. Vor drei Jahren schrieb sie den Bestseller &amp;#8220;In weiter Ferne die Hunde&amp;#8221;, für den sie vielfach ausgezeichnet wurde. Das neue Buch ist eigentlich ein altes, die Geschichte mit Jacques Cousteau entstand vor dem Bestseller, ist also ihr erstes Buch, das zwar (noch) keine Preise bekam, aber von Kritikern wie Lesern hoch gelobt wurde.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Am Anfang sind die Farben, mit denen das Porträt dieser Familie gezeichnet wird, bunt, hell, fröhlich. Eine schön schräge Geschichte, bei der man zunächst nicht so genau weiß, wo sie eigentlich mit einem hin will. Während man sich noch still über die Macken und Ticks einer ausgesprochen unkonventionellen Familie amüsiert, verändert sich allmählich die Stimmung, kippt ins Wehmütige , die Farben werden grau und triste. Dennoch, und das ist das Schöne an diesem Buch, verliert die Sprache nichts von ihrer Leichtigkeit, ihrer Beiläufigkeit. Fein ironisch erzählt das Buch eine Familiengeschichte, die sich über fast zwanzig Jahre erstreckt. Sie endet nicht wirklich glücklich, aber das nimmt man als Leser sehr gelassen hin, denn die Traurigkeit, die sich allmählich einschleicht, kommt in einer sehr originellen, sehr komischen Verpackung daher, weil diese Familie immer für eine Überraschung gut ist.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Überrascht hat mich in der Tat das Ende. &lt;br /&gt;
Plötzlich ist Schluss, an einer Stelle, an der man sehr gern noch weiter gelesen hat. Man fühlt sich von der Bettkante geschubst, auf die man vorher so überzeugend gelockt wurde. Aber auf dem Weg bis zur Bettkante hat man mit diesem Buch wirklich viel Spaß gehabt. Und das zählt schließlich am Ende.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Gil Adamson&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Hilf mir, Jacques Cousteau&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Bertelsmann&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 978-3-570-10072-1&lt;br /&gt;
Preis: 14,99 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 11:58:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/gil-adamson-hilf-mir-jacques-cousteau/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Rachel Joyce - Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/rachel-joyce-die-unwahrscheinliche-pilgerreise-des-harold-fry/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp, 18.05.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/09/03/rachel-joyce-die-unwahrscheinliche-pilgerreise-des-harold-fry/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/pilgerreise100_v-TeaserAufmacher.jpg&quot; title=&quot;Cover: Rachel Joyce - Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry&quot; alt=&quot;Cover: Rachel Joyce - Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;beginnt im Süden Englands. Viel ist nicht passiert im Leben von Harold Fry, so scheint es zumindest. Viele Jahre war er Manager einer Brauerei, jetzt ist er pensioniert, verheiratet mit einer Frau, die ihn verachtet. Das Leben tritt auf der Stelle, bis eines Tages der Brief einer ehemaligen Kollegin kommt. Queenie Hennessy will sich mit wenigen Worten von Harold verabschieden, sie hat Krebs und liegt im Sterben. Harold formuliert eine freundliche Antwort, verlässt das Haus, um den Brief einzuwerfen. Aber er geht am Briefkasten vorbei, läuft aus der Stadt hinaus, immer weiter, Richtung Queenies Hospiz, das an der schottischen Grenze liegt.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;1.000 Kilometer, 87 Tage, in denen sein Leben an ihm vorbeizieht, die Katastrophen, die Tragödien, die glücklichen Momente. Er läuft für sich, für seine Frau, seinen Sohn –und für Queenie natürlich: Du musst durchhalten, schreibt er ihr von unterwegs. Ich werde laufen. Und Du wirst leben.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Autorin&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Rachel Joyce ist Britin, hat zahlreiche Hörspiele für die &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;BBC&lt;/span&gt; geschrieben, wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Als sie diesen Roman begann, lag ihr Vater –ähnlich wie Harolds alte Freundin Queenie &amp;#8211; krebskrank in einem Hospiz. Sie hat dieses Buch auch geschrieben, in der Hoffnung, ihn dadurch länger am Leben zu halten, er wollte es unbedingt lesen. Das hat er nicht geschafft. Kurz vor Fertigstellung des Romans ist er gestorben.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&amp;#8220;Die unwahrscheinlich Pilgerreise des Harold Fry&amp;#8221; ist das erste Buch von Rachel Joyce, es erscheint in den nächsten Wochen in über dreißig Sprachen auf der ganzen Welt. Rachel Joyce lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in Gloucestershire auf dem Land.&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Hape Kerkelings Pilgerreise war gut. Besser geht es nicht. Dachte ich. Warum also jetzt über einen lesen, der Harold heißt, Kilometer um Kilometer läuft und dabei viel über sich, sein Leben begreift. Wirklich keine Idee, die mich noch hätte vom Sitz reißen können. Ein Buchhändler aber hatte mir den Roman sehr empfohlen. Zum Glück. Die ersten zwanzig Seiten habe ich zwar zögernd gelesen, aber dann gab es kein Halten mehr.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Weil dieses Buch so schön von Menschen und den Päckchen erzählt, die sie in ihrem Leben mit sich rumschleppen. Von Liebe und Betrug, von Vätern und Söhnen, Mann und Frau. Darüber, warum eine große Liebe kaputtgeht, und wie man sie vielleicht wieder kitten kann. Über die Kraft des Willens und die Angst, zu versagen. Und über die Macht des Zufalls.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Harold ist kein Durchgeknallter, nur weil er am ersten Briefkasten nicht anhält und bis Schottland weiterläuft. Er ist ein Mensch wie Du und ich, mit dem feinen Unterschied, dass wir vielleicht erst noch den Mut aufbringen müssen, den Harold Fry hatte, als er sich auf seine unwahrscheinliche Reise begab.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Richtig überraschend ist das letzte Drittel des Buches, als Harold schon fast am Ziel ist. Es kommt alles anders, als man es erwartet hatte, gänzlich anders. Und dennoch ist es unglaublich stimmig, berührend. Nicht rührselig, kein Kitsch, nicht sentimental, einfach nur gut. Am Ende dieses Buches- in diesem Fall sind es vierhundert Seiten- habe ich mich wie verzaubert gefühlt. Mit diesem Gefühl bin ich wohl nicht allein. &amp;#8220;Wer Harold begegnet,&amp;#8221; hat ein britischer Buchkritiker geschrieben,&amp;#8221; den lässt er nicht wieder los.&amp;#8221;&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Rachel Joyce&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: Krüger&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 3-8105-1079-3&lt;br /&gt;
Preis: 18,99 Euro&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Mon, 03 Sep 2012 11:52:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/09/03/rachel-joyce-die-unwahrscheinliche-pilgerreise-des-harold-fry/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Wie geht man mit einem Buch um?</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/05/23/wie-geht-man-mit-einem-buch-um/</link>
			<description>
					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;»Westermanns Welt«, Kolumne, buchjournal, 3/2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;An das Bücherlesen wurde Christine Westermann von ihrem Vater herangeführt. Er hat seine Bücher stets sorgsam behandelt – ganz anders als die Tochter, die sich für den leidenschaftlichen Umgang entschieden hat.&lt;/p&gt;
                                	&lt;p&gt;Buchhändler sind wie gute Freunde. Ihre Ratschläge sind mir wichtig: „Lesen Sie das mal, ich glaube, es könnte Ihnen ge- fallen.“ Bei jedem anderen würde ich solch plumpe Vertraulich- keit ablehnen, bei einem Buchhändler freue ich mich. Die Frage ist nur, ob ich auch ein guter Freund der Bücher bin. Denn wie geht man mit einem Buch um?&lt;br /&gt;
Für mich gibt es nur zwei Möglichkeiten: sorgsam oder leidenschaftlich. Ich habe mich für leidenschaftlich entschieden. Was im Klartext heißt, ich knicke ein Buch auch schon mal in der Mit- te, damit ich es gut in der Hand halten kann. Ich biege es mir zu- recht, was einen Zuhörer bei einer Lesung mal an den Rand eines Herzkaspers gebracht hat.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mir kommt ein Klassenkamerad&lt;/strong&gt; in den Sinn, ein wilder, gieriger Allesleser, dessen Bücher ihm ähnlich sahen. Leicht schmuddelig, hier und da ein Fettfleck. „Der nimmt eine Salamischeibe als Lesezeichen“, der Satz hing ihm bis zum Abitur nach.&lt;br /&gt;
Bei mir ist es kein Aufschnitt, ich markiere Lesestellen mit Kassenbons vom Gemüseladen, mit Resten von Briefumschlägen, hin und wieder kommen mir auch mal ne Bordkarte oder ein Bahn- Ticket entgegen. Bleistiftstriche und Eselsohren sind unerlässlich, falls ich eine Zeile wiederfinden will, die ich besonders gelungen fand. Im Englischen sagt man „dog ears “, was ich viel passender und auch klüger finde. Hundeohren – immer hübsch aufgestellt, aufmerksam, neugierig, wissen wollend.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Jahre später las ich aus seiner Bibliothek&lt;/strong&gt; „Statist auf diplomatischer Bühne“, die Aufzeichnungen von Hitlers Chefdolmetscher. Auch hier hatte er seine Kommentare an den Rand geschrieben, er hat diese Zeit beim Lesen noch einmal durchlebt und durchlitten, er saß wegen seines Widerstandes gegen die Nazis im Zuchthaus.&lt;br /&gt;
Blättere ich heute in seinen Büchern, ist es, als seien sie ein Stück von ihm.&lt;br /&gt;
Er hat sie sorgsam behandelt, mit stiller Leidenschaft. Auch mich begleiten Bücher durch mein Leben, aber meine Leiden- schaft ist wohl eher laut, von mehr Radau begleitet. &lt;br /&gt;
Die Buchhändler meines Vertrauens wissen nicht von meiner Rau-aber-herzlich-(Buch)Seite. Man muss seinen Freunden ja auch nicht alles anvertrauen.&lt;/p&gt;
			</description>
			<pubDate>Wed, 23 May 2012 12:00:00 +0200</pubDate>
			<guid>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/05/23/wie-geht-man-mit-einem-buch-um/</guid>
		</item>
				<item>
			<title>Louise  Doughty - Was Du liebst, gehört Dir nicht</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/05/13/louise-doughty-was-du-liebst-gehoert-dir-nicht/</link>
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					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;WDR&lt;/span&gt; 2 Buchtipp,  13.05.2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/seite/aktuelles/2012/05/13/louise-doughty-was-du-liebst-gehoert-dir-nicht/&quot;&gt;&lt;img src=&quot;/files/media/doughty100_v-TeaserAufmacher.jpg&quot; title=&quot;Cover: Louise  Doughty - Was Du liebst, gehört Dir nicht&quot; alt=&quot;Cover: Louise  Doughty - Was Du liebst, gehört Dir nicht&quot; width=&quot;512&quot; height=&quot;288&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
                                	&lt;h3&gt;Die Handlung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;spielt in einer englischen Kleinstadt und beginnt mit der schlimmsten Katastrophe, die einer Mutter widerfahren kann: Ihr Kind wird von einem Auto überfahren und stirbt. Betty war neun Jahre alt, ihr Bruder Rees ist gerade mal vier. Der Vater David hat die Familie schon einige Zeit vor dem Unglück verlassen, lebt mit seiner Geliebten und dem gemeinsamen Baby zusammen.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Jetzt beginnt  eine unglaublich packende Geschichte, die sowohl in die Vergangenheit blickt als auch von der Gegenwart erzählt. Vergangenheit, das ist Lauras Lovestory mit David, das sind die Geburten der Kinder, die Szenen einer Ehe, die Affäre, der Betrug, die Scheidung. Gegenwart, das ist der schreckliche Unfall, die Verzweiflung, der Schmerz und das Wissen, dass es da noch den kleinen Sohn gibt, der seine Mutter braucht. Es sind auch die Briefe ohne Absender, die Laura seit ihrer Scheidung bekommt und die sie bedrohen.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Als Laura endlich erfährt, wer ihre Tochter überfahren hat und warum, will sie Gleiches mit Gleichem vergelten. Mit jedem Kapitel, mit jeder Seite wird dieser Roman packender, intensiver. Und das Ende ist völlig überraschend. Oder doch nicht?&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Autorin&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Louise Doughty ist fünfzig Jahre alt, Radiojournalistin bei der &lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;BBC&lt;/span&gt;. Sie hat bislang sechs Romane geschrieben, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde. Die Idee zu ihrem aktuellen Buch hat einen realen Hintergrund. In ihrer Nachbarschaft, einem ruhigen Vorort Londons, läuft ein kleiner Junge zwischen zwei geparkten Autos über die Straße, wird von einem Auto erfasst, gegen einen Zaunpfahl  geschleudert. Er stirbt wenig später im Krankenhaus.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Nach diesem Unfall, schreibt die Autorin, haben sie die Wenn-Fragen nicht mehr losgelassen: Was wäre, wenn der Junge zu Hause noch einen Moment lang  aufgehalten worden wäre? Wenn der Fahrer ein paar Minuten früher oder später losgefahren wäre? Wenn der Zaunpfahl ein paar Meter weiter links oder rechts gestanden hätte? Wenn&amp;#8230;.?&lt;/p&gt;

	&lt;h3&gt;Die Bewertung&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Och nö, war meine spontane Reaktion, als ich dieses Buch bekam. Vorne drauf eine wogende See, und dann noch der süßliche Titel, das sah schwer nach Herz-Schmerz-und am Ende alles wieder gut-Schmöker aus. Völlig falsch und weit gefehlt. Ignorieren Sie den Titel, lesen Sie das Buch. Hochdramatisch, fesselnd , berührend und bewegend.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Ein großer Teil des Romans sind Rückblenden, sie erzählen von einem Leben, das vielversprechend  beginnt, um langsam und beinahe unmerklich aufs falsche Gleis zu geraten. Der Unfalltod eines kleinen Mädchens steht im Mittelpunkt, aber die Furcht, man könne das Schreckliche beim Lesen nicht aushalten, ist absolut unbegründet. Die Autorin schreibt darüber sehr leise, ganz sachte, distanziert und sehr gekonnt. Es ist eines dieser Bücher, das man- wenn man einmal angefangen hat – nicht mehr aus der Hand legen will. Sehr empfehlenswert.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;Louise  Doughty&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Was Du liebst, gehört Dir nicht&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
Verlag: C.Bertelsmann&lt;br /&gt;
&lt;span class=&quot;caps&quot;&gt;ISBN&lt;/span&gt;: 978-3-570-10054-7&lt;br /&gt;
Preis: 19,99 Euro&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Sun, 13 May 2012 12:41:00 +0200</pubDate>
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		</item>
				<item>
			<title>»Schlag nach bei Tolstoi«</title>
			<link>http://christine-westermann.de/seite/aktuelles/2012/04/19/schlag-nach-bei-tolstoi/</link>
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					&lt;h3 class=&quot;subh3&quot;&gt;»Westermanns Welt«, Kolumne, buchjournal, 1/2012&lt;/h3&gt;

	&lt;p&gt;Die Frage ist doch, wie fange ich es jetzt an. Wie kriegt diese Kolumne einen gescheiten Beginn. Und wenn schon nicht gescheit, dann wenigstens amüsant oder überraschend.&lt;br /&gt;
Neulich haben sie in der „Süddeutschen Zeitung“ Hellmuth Karasek interviewt. Zu der Frage, wie wichtig der erste Satz ei­ner Geschichte ist. Zum Beispiel einer wie dieser: „Ich bin gera­de auf dem Weg zum Emir.“ Kommt harmlos daher, baut aber eine enorme Bedeutungskulisse auf. Da ist einer immerhin so wichtig, dass er sich gleich mit einem Emir treffen kann. So weit Karaseks literarische Analyse. Das Ganze könne also durchaus noch das Zeug zu einem Drama haben. Vielleicht aber auch nicht.&lt;/p&gt;
                                	&lt;p&gt;„Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglück­liche Familie hingegen ist unglücklich auf ihre besondere Art.“ So beginnt Leo Tolstoi seine „Anna Karenina“. Ungeheure Span­nung baue das auf, findet Karasek, schon ist der Leser gefangen und nach 1014 Seiten hin und weg. „Anna Karenina“ gehört zu seinen Lieblingsromanen.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Noch hat Daniel Glattauer&lt;/strong&gt;, der Bestsellerautor von „Gut gegen Nordwind“ nicht ganz die literaturhistorische Bedeutung von Tolstoi erreicht, aber einen Anfang musste schließlich auch er machen. Die Geschichte seines neuen Romans „Ewig Dein“ beginnt mit einem Mann, der in der Käseabteilung eines Supermarktes einer Frau mit seinem Einkaufswagen in die Ha­cken rauscht. Um diesen simplen Fakt in eine schöne Form zu gießen, brauchte es am Ende nur 15 Wörter: „Als er in ihr Leben trat, verspürte Judith einen stechenden Schmerz, der gleich wieder nachließ.“ Um diese 15 Wörter hat der Autor allerdings mehr als einen Monat gerungen. Die Erleichterung hätte nicht größer sein können, als der erste Satz endlich auf dem Papier stand.&lt;br /&gt;
Er hat mir das neulich mal in einem Interview erzählt. Danach bin ich in mich gegangen und habe mich gefragt, ob ich nicht vielleicht doch geduldiger, gelassener sein sollte beim Bücher­ lesen. Den ersten Satz eben nicht so wichtig nehmen. Und ein Buch auch nicht schon (?) nach 30, 40 Seiten beiseitelegen, nur weil es mein Interesse bis dahin noch nicht wecken konnte.&lt;/p&gt;

	&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Uwe Tellkamp, sagen die Leute,&lt;/strong&gt; habe mindestens 80 Seiten gebraucht, bis seine Geschichte vom Turm endlich anfing. Das sei zu Beginn also ziemlich öde und mühsam gewesen. Der Rest des Buches hingegen, immerhin noch über 900 Seiten, sei über­ragend erzählt und geschrieben.&lt;br /&gt;
80 Seiten Anlauf, um dann den ganz großen literarischen Wurf zu landen?&lt;br /&gt;
Möglich.&lt;br /&gt;
Ich kann es nicht beurteilen. Ich habe sein Buch nicht gelesen. Was? Die Westermann schreibt Kolumnen für das Buchjournal und kennt einen deutschen Buchpreisträger nicht? Stimmt.&lt;br /&gt;
Vielleicht war der Beginn dieser ersten Kolumne nur mäßig, aber wenn das kein überraschendes Ende ist, weiß ich auch nicht.&lt;/p&gt;
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			<pubDate>Thu, 19 Apr 2012 12:00:00 +0200</pubDate>
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